Landflucht drückt Preise
04.09.2013, 11:34 Uhr | t-online.de - sia, mit dpa-tmn
Die Idylle trügt: Die Preise für Einfamilienhäuser im thüringischen Greiz befinden sich in den letzten Jahren im Sinkflug (Quelle: imago/blickwinkel)
Run auf Immobilien in den großen Städten - Eigenheimdesaster auf dem Land: Wer in ländlichen Regionen Wohneigentumverkaufen will, muss das meist zu einem Schnäppchenpreis tun. Denn ungeachtet historisch niedriger Zinsen für Baudarlehen finden sich für das Eigenheim im Grünen kaum Käufer. Im Gegenteil: Die Interessenten drängen in die Metropolen und überbieten sich im Preiskampf um die eigenen vier Wände.
Von Martin Hintze
Corbis
Trügerische Idylle: In der Provinz fallen die Immobilienpreise
http://www.manager-magazin.de/immobilien/artikel/immobilien-verluste-nach-teurer-finanzierung-und-trotz-makler-a-919973.html
Hier einige Auszüge:
Der deutsche Immobilienmarkt ist tief gespalten. Die Gründe dafür sind altbekannt, die verheerenden Folgen zeigen sich jedoch erst jetzt. Zum einen
das Schrumpfen der Bevölkerung. Seit mehr als 40 Jahren werden zu wenig
Babys geboren, um das Bevölkerungsniveau Deutschlands zu halten. Zwar stieg
die Zahl der Einwohner durch hohe Zuwanderung zuletzt leicht an. Schätzungen
zufolge wird das den Trend aber kaum stoppen. Bis zum Jahr 2050 werden
hierzulande mindestens zwölf Millionen Menschen weniger leben als heute,
prognostiziert das Statistische Bundesamt.
"Der demografische Wandel verstärkt die Landflucht", lautet das Fazit der
Experten des Berlin-Instituts. Im Klartext: Die Provinz blutet aus. Die
Kosten für die Instandhaltung von Wasser-, Strom- und Gasleitungen, für
Straßen oder Schwimmbäder verteilt sich auf immer weniger Köpfe. Das macht
das Leben auf dem Lande für Zuzügler unattraktiver und für die Verbleibenden
teurer. Zurück bleiben häufig nur die Älteren, die nicht mehr wegziehen
können oder wollen.
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